Lesung und Evangelium

Hl. Meinrad (Meginrad) – Hl. Meinrad (Meginrad) | Hl. Agnes – | Mehr…
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Erstes Buch Samuel 17,32-33.37.40-51.
In jenen Tagen sagte David zu Saul: Niemand soll wegen des Philisters den Mut sinken lassen. Dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen.
Saul erwiderte ihm: Du kannst nicht zu diesem Philister hingehen, um mit ihm zu kämpfen; du bist zu jung, er aber ist ein Krieger seit seiner Jugend.
Und David sagte weiter: Der HERR, der mich aus der Gewalt des Löwen und des Bären gerettet hat, wird mich auch aus der Gewalt dieses Philisters retten. Da antwortete Saul David: Geh, der HERR sei mit dir.
David nahm seinen Stock in die Hand, suchte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und legte sie in die Hirtentasche, die er bei sich hatte, in den Vorratsbeutel. Die Schleuder in der Hand, ging er auf den Philister zu.
Der Philister kam immer näher an David heran; sein Schildträger schritt vor ihm her.
Als der Philister aufblickte und David sah, verachtete er ihn, denn er war jung, rötlich und von schöner Gestalt.
Der Philister sagte zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit einem Stock zu mir kommst? Und er verfluchte David bei seinen Göttern.
Er rief David zu: Komm nur her zu mir, ich werde dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben.
David antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast.
Heute wird dich der HERR mir ausliefern. Ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen. Die Leichen des Heeres der Philister werde ich noch heute den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben. Alle Welt soll erkennen, dass Israel einen Gott hat.
Auch alle, die hier versammelt sind, sollen erkennen, dass der HERR nicht durch Schwert und Speer Rettung verschafft; denn es ist ein Krieg des HERRN und er wird euch in unsere Hand geben.
Als der Philister weiter vorrückte und immer näher an David herankam, lief auch David schnell auf die Schlachtreihe zu, dem Philister entgegen.
Er griff in seine Hirtentasche, nahm einen Stein heraus, schleuderte ihn ab und traf den Philister an der Stirn. Der Stein drang in die Stirn ein und der Philister fiel mit dem Gesicht zu Boden.
So besiegte David den Philister mit einer Schleuder und einem Stein; er traf den Philister und tötete ihn, ohne ein Schwert in der Hand zu haben.
Dann lief David hin und trat neben den Philister. Er ergriff sein Schwert, zog es aus der Scheide, tötete ihn und schlug ihm den Kopf ab. Als die Philister sahen, dass ihr starker Mann tot war, flohen sie.
Psalmen 144(143),1.2abc.9-10.
Kv: Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist.
Gepriesen sei der HERR, mein Fels, der meine Hände den Kampf lehrt, meine Finger den Krieg!
Er, meine Huld und meine Festung,
meine Burg und mein Retter,
mein Schild, dem ich vertraue.
Gott, ein neues Lied will ich dir singen, auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,

dir, der den Königen Sieg verleiht, der David, seinen Knecht, vom Schwert des Unheils befreit.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 3,1-6.
In jener Zeit als Jesus wieder in die Synagoge ging, war dort ein Mann mit einer verdorrten Hand.
Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!
Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.
Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand wurde wiederhergestellt.
Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.
Lektionar. Rechte: staeko.net
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Im Namen des Vaters Sohnes und Heiligen Geistes

Morgengebet

O Gott unser allmächtiger
Vater Sohn und Heiliger
Geist

DU hast uns aus dem
Schlaf erweckt den
Gabentisch so reich
gedeckt

Wir danken loben
preisen DICH für alles
Gute gnädiglich

O Gott hilf DU uns beten
glauben hoffen lieben
Lass in Deinem Namen
alles einander geben

Der Geist und alle Gaben
die wir empfangen haben
alles was wir sehen

Soll als Pfingstlied auferstehen
und als ewiges Wort in Fülle
Erbarmen

Und Vergebung künden
allen Armen in der Zeit
Frieden und Gerechtigkeit

Zeit und Ewigkeit

Begegnung

Die kalte Jahreszeit gibt endlich ihre Herrschaft ab. Erste wärmende Sonnenstrahlen locken wieder Leben hervor: Winterlinge entfalten ihre gelben Blüten, Tulpen spitzeln in zartem Grün ans Licht und wetteifern mit frischen Erdhügeln der Maulwürfe, um die Gunst, gesehen zu werden. Während unzählige pralle Knospen an Bäumen und Büschen ihr Frühlingskleid noch ummanteln, strahlen Forsythien bereits weithin in leuchtendem Gelb. Der alljährliche Zauber, in bunten Farben erwachender Natur, und das vielfältige Konzert nistender Vögel, stehen nahe bevor. In der Stadt haben sich die Kaufhäuser längst auf Frühling eingestellt. Sie bieten Winterware besonders günstig an, und versuchen, mit reizenden Frühjahrskollektionen, das Interesse der Kunden zu wecken. Menschen drängen in dichten Schlangen durch die Straßen. Pulsierendes Leben und Stimmengewirr erfüllt die Einkaufszonen. Vornehm gekleidete Damen und Herren, stehen beeindruckt vor den Schaufenstern mit der neuen Mode. Kinder nutzen jede Lücke in der Menschenmenge zu einem fröhlichen Spiel. Hunde jagen Tauben, und spüren, aufgeregt mit dem Schwanz wedelnd, viel versprechenden Düften nach. Musikanten und Artisten gelingt es, Interesse zu wecken und ein dankbares Publikum um sich zu versammeln. Verliebte schlendern Hand in Hand durch Parkanlagen. Jung und Alt räkeln sich bequem auf Bänken und Stühlen. Sonnenanbeter knöpfen schon Hemden und Blusen auf, um die wärmende Sonne hautnah zu spüren. Ein prickelndes Werben, der Wunsch zu sehen und gesehen zu werden, liegt in der Luft.
Ein in die Jahre gekommener Mann, mit lebhaften Augen unter leicht buschigen Brauen, sitzt auf einem gepolsterten Korbstuhl, vor einem gut besuchten Café. Die Lederjacke lässig über einen freien Stuhl gelegt, scheint er den Tag in vollen Zügen zu genießen. Ab und zu huscht ein Lächeln über sein Gesicht, als ob er sich an ein schönes Erlebnis erinnerte. Gelegentlich schließt er für eine Weile die Augen, um dann wieder aufmerksam die Menschen zu beobachten, die an ihm vorbei promenieren: Mütter mit gefüllten Einkaufstaschen, die, ihre Kinder hinter sich herziehend, zur nahe gelegenen U-Bahn-Haltestelle eilen. Adrett gekleidete Damen, die mehr oder weniger auffordernd, an ihm vorbei stolzieren, und mit Halbwüchsigen abwechseln, die ein Eis in der Hand, den Mann neugierig und ungeniert mustern. Er scheint sich bei all dem blendend zu unterhalten. Schon eine Weile sitzt eine junge Frau in der Nähe und beobachtet interessiert den Mann, dem es offensichtlich Vergnügen bereitet, ab und zu über den Rand seiner Zeitung hinweg, hübsche Frauen zu bewundern. Es scheint ihn nicht sonderlich zu stören, seine Lektüre zu unterbrechen, um das kokette Lächeln einiger Damen zu erwidern. Nun wendet er sich einer jungen, hübschen Bedienung zu, die ihm Tee serviert. Er bestellt ein Stück Kuchen und lehnt sich danach entspannt in seinen Sessel zurück, um den anregenden Frühlingstag und das überquellende Leben um sich zu genießen. Einige Tauben tappen schwankend herbei und warten prüfend auf den nächsten kleinen Brocken, der ihnen vom »Tisch der Reichen« zugeworfen wird.

In diesem Moment erinnerte sich die Beobachterin hinter ihm an eine Szene, wenige Stunden zuvor, in der Eisenbahn: Es war mit Sicherheit derselbe Mann, der sich aufmerksam für die Menschen in seinem Abteil interessierte. Eine Gruppe munterer Schüler stieg zu und verteilte sich unter lauten Gesprächen auf freien Plätzen. Kaum angekommen, knabberten alle genüsslich Salzstangen und ließen ihre Sprudelflaschen kreisen. Ein hübsches Mädchen, mit heute selten zu sehenden blonden Zöpfen, schien die Aufmerksamkeit des Mannes zu erregen. Über einige Stationen entspann sich ein Spiel zwischen ihnen. Das Mädchen, bemüht, sich von der besten Seite zu zeigen, wagte immer wieder einen scheuen Blick. Fasziniert von deren jugendlichem Charme, bewunderte auch er ab und zu das Mädchen. Wer mag dieser Mann sein, dem sie vor Stunden in der Eisenbahn und nun zufällig im Straßencafé begegnet? Unwillkürlich kreisen ihre Gedanken um ihn. Was ihm Frauen wohl bedeuten? Hatte sie sich an diesem Frühlingstag doch auch „stadtfein“ gemacht und war vor dem Spiegel mit ihrem out-fit zufrieden. Wie könnte sie mit dem Mann ins Gespräch kommen? Würde ihm ihre Gesellschaft zusagen oder könnte er eine Annäherung missverstehen und sie zurückweisen? Trotz derartiger Bedenken, überwog ihr Interesse, dem „Unbekannten“ zu begegnen. Kurz entschlossen stand sie auf und näherte sich seinem Tisch mit der Frage, ob noch ein Platz frei sei? Sie schien nicht sonderlich überrascht, als er ihr, entgegen ihrer Befürchtungen, freundlich einen freien Stuhl anbot. Könnte es sein, dass er sie attraktiv findet? Schließlich ist sie mit ihrer sportlichen Figur, den langen Beinen in eleganten Schuhen mit hohen Absätzen, dem modisch kurzen Rock, einem passenden Pulli und frecher Kurzhaar-Frisur, nicht unansehnlich. Nach einer kleinen Pause und einem Räuspern wagt sie es, ihn anzusprechen: „Bitte, betrachten Sie es nicht als aufdringlich, mich zu Ihnen zu setzen. Heute Morgen habe ich Sie aber schon einmal, ohne dass Sie es bemerken konnten, in der Eisenbahn gesehen und sitze hier zufällig schon einige Zeit als interessierte Beobachterin in Ihrer Nähe“. Er blickte sie wohlwollend an und antwortete mit sonorer Stimme: „Ich sitze hier ebenfalls schon länger bei Tee und Kuchen, lasse es mir wohl ergehen und genieße das muntere Treiben um mich herum“, um nach einer kleinen Weile mit einer angedeuteten Verneigung fortzufahren: Hier in der Sonne zu sitzen und mit Ihnen zu plaudern, das kann ich mir nur als ein Vergnügen vorstellen. Ich bin aber auch neugierig, von Ihnen zu hören, was sie beobachteten, falls Sie bereit sind, mit mir darüber zu sprechen?“. Sie antwortete: „Als ich mich entschied, bei Ihnen um einen Platz nachzufragen, geschah das nicht ganz absichtslos. Ich bitte Sie, mich aber nicht als indiskret zu verstehen! Mit Ihrer Hilfe wollte ich unter anderem nur klären, ob meine Beobachtungen zutreffen?“ Er schaute sie lächelnd an und entgegnete: „Machen Sie sich bitte keine Sorgen und reden Sie frei heraus. Wir können uns ja jederzeit darüber einigen, ob wir unser Gespräch fortsetzen wollen“.
Jetzt fiel ihr ein Stein vom Herzen, denn darauf konnte sie sich einlassen und sagte: „Ich hatte den Eindruck gewonnen, dass Sie sowohl in der Eisenbahn, als auch hier an der Straße, sehr wohlwollend hübsche Damen betrachten, die Ihnen begegnen“. Mit einem Seufzer, „jetzt ist´s heraus!“, lehnte sie sich zurück. Er schmunzelte und entgegnete: „Wenn es weiter nichts ist, hierzu äußere ich mich gern, denn Sie haben mit Ihrer Vermutung ins Schwarze getroffen“. Er fuhr fort: „Mich hat heute, an diesem sonnigen Tag, wie es in einem Schlager heißt, der Frühling wach geküsst. Die ersten Blüten, die wärmende Sonne, das Mädchen mit den blonden Zöpfen im Zug, die vielen schönen Frauen hier und nun Sie, eine angenehme Gesellschafterin, bei Kuchen und Tee am Tisch; was brauche ich noch mehr?“ Sie errötete leicht. Der Mann fuhr fort: „Ja, es stimmt, ich bin durch die heutigen Erlebnisse sehr angeregt, denn ich beabsichtige seit einiger Zeit, eine Geschichte zu schreiben, um mich für viele bereichernde Erfahrungen mit Frauen zu bedanken. Sie entgegnete: „Ich freue mich, dass Sie mich nicht missverstanden und ich es trotz anfänglicher Bedenken wagte, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Gerne würde ich Ihnen bei der Arbeit an Ihrer Geschichte über die Schultern schauen. Vielleicht steht aber unser heutiges Gespräch unter einem guten Stern und hilft Ihnen, sich an Frauen zu erinnern, denen Sie danken möchten. Noch besser, ich könnte in ihrem nächsten Buch nachlesen, was Ihnen hierzu eingefallen ist. Eventuell treffen wir uns wieder einmal zufällig hier?“ Sie gab ihm ihre Karte mit der Bemerkung: „Damit wir uns nicht aus den Augen verlieren!“ Er entgegnete: „Es ist sicher hilfreich, wenn ich mir beim Schreiben vorstellen kann, dass eine aufmerksame und dazu recht attraktive Beobachterin, sich für meine Geschichte interessiert. Er gab der Frau auch seine Karte mit der Bemerkung: „Damit sie wissen, mit wem Sie sich heute unterhielten, oder für den Fall, dass wir uns wieder einmal -zufällig- begegnen.“ Sie verabschiedeten sich mit einem fröhlichen auf Wiedersehen. Die Zufriedenheit stand ihnen nach diesem Gespräch ins Gesicht geschrieben.

Dank Lob Ehre Herrlichkeit dem Vater Sohn und Heiligen Geist

 

Nachdenkliches

Vor Jahren habe ich mich in einem Referat mit Erkenntnissen aus der Altersforschung zum Übergang in den Ruhestand und den im höheren Lebensalter gestellten Aufgaben befasst. Ich entschloss mich damals im Vertrauen auf die eigenen Kompetenzen und Erfahrungen, den für mich geeigneten Weg zur Umstellung auf den neuen Lebensabschnitt selbst zu entdecken. Nach längerem Ruhestand, habe ich nun genügend Erfahrungen gesammelt, um über den Ruhestand und das Älterwerden sprechen zu können. Ich hoffe, mit dem von mir gewählten Thema und den weiterführenden Überlegungen hierzu auch Ihrem Interesse, liebe Leser, zu entsprechen. In einem Resümee gehe ich auf die schwierige Zeit nach dem Eintritt in den Ruhestand, sowie auf Aspekte der aktuellen Lebenssituation, und des auf Zukunft offenen Lebens ein.
Viel belastender als erwartet, gestaltete sich der Übergang in den Ruhestand und die Veräußerung der psychotherapeutischen Praxis. Erst nach Abschluss der komplexen Verhandlungen, gelang es in einem längeren Prozess mit der Kassenärztlichen Vereinigung, den Tagesablauf an die neue Situation anzupassen, Kompetenzen zu aktivieren und in Handlungen umzusetzen. Ein Leben lang hatte ich gewirkt und reiche Erfahrungen gesammelt. Als ich nach Monaten die Chance erkannte, alle meine Ressourcen sinnvoll zu reflektieren, dem Drängen nach Gedankenaustausch zu folgen, und als Schriftsteller zu arbeiten, erkannte ich eine sinnvolle Aufgabe bis zu meinem Lebensende. Seither habe ich mich in drei Bänden „Geschichten und Gedanken“ zu Fragen des Lebens und Erlebens auch im höheren Alter geäußert. Über meinen Literaturblog „franz-schwald.de“ erreichte ich über die verschiedenen Kanäle im Internet einen größeren Leserkreis, um als Brückenbauer in einen fruchtbaren Dialog zu treten.
Die aktuelle Lebenssituation im siebenundneunzigsten Lebensjahr ist dadurch charakterisiert, dass ich Gott sei Dank, trotz körperlicher Beeinträchtigung in der Lage bin, mich voll dem Schreiben zuzuwenden. Ich biete aber meinen Lesern nur Inhalte an, die mich persönlich bewegen, und von allgemeinem Interesse, für das heutige und künftige Leben der Menschen erscheinen. Die persönliche Lebenserwartung akzeptierend, neige ich zu einer strengen Auswahl der Inhalte im Kontrast zu allzu pessimistischen Lebenseinstellungen. Stabilisierende Kontakte zur Familie, Freunden und Lesern, und die Freiheit von beruflichen Zwängen, ermöglichen einen gestaltbaren Tagesablauf, um Tätigkeit und Muse an das aktuelle Leistungsvermögen anzupassen. Ich bedanke mich für die Lebensumstände, die mir gestatten, als spätberufener Schriftsteller einen ersehnten Beruf auszuführen. Wie sich dies alles, wie von selbst entwickelte, habe ich in meinen Büchern und im Literaturblog in Lyrik, Kurzgeschichten und Artikeln hinterlegt. Diese Arbeiten sind Teil meines Dankes und Vermächtnisses an das Leben. Ich wende mich nun den Themen zu, die mich aktuell, und im Blick auf die Zukunft, sehr beschäftigen:
Als älterer Mensch, fühle ich mich besonders verpflichtet und berechtigt, mich zur Endlichkeit unseres Daseins, der Verantwortung gegenüber dem Leben, den Mitmenschen, unseren Nachkommen, und der auf Zukunft offenen Sinnfrage zu äußern. Gott sei Dank ist es mir noch vergönnt, bei vollem Bewusstsein der reichen Gaben des Lebens zu schreiben und zu arbeiten. Alles, was ich in mir, um mich und über uns wahrnehme, ist nicht einfach selbstverständlich, sondern des Nachdenkens wert. Ich verstehe mich selbst, die Mitmenschen, unsere Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft und Technik als ein Geschenk in unverdienter Gnade. Daher gilt vor allem unserem Herrgott Dank, in dessen Händen ich voll Vertrauen mein Werk lege in der Hoffnung, dass es unserem Schöpfer gefällt. Was ich zu sagen habe, richtet sich im Grunde an alle Menschen, die sich ihrer Endlichkeit bewusst, danach sehnen, aktiv und auf Zukunft offen zu bleiben.
Wieder einmal bekam ich, wie so oft, zur rechten Zeit ein Buch in die Hände. In der von Andreas Kruse, in 2. Auflage 2015 erschienen Arbeit, „Die Grenzgänge des Johann Sebastian Bach“, werden Themen behandelt, die mir aus dem eingangs erwähnten Referat auch aus eigener Erfahrung bekannt sind. Der Autor belegt am Beispiel von Johann Sebastian Bach, dessen erstaunliche Hingabe an sein Werk bis ins hohe Alter. Er weist nach, wie Bach, trotz eines an Entbehrungen, Gebrechen, und Konflikten reichen Lebens, die musikalische und kompositorische Schöpferkraft bis in die Stunden vor seinem Tod, zur Ehre Gottes kreativ entfaltete. Wir könnten fragen, welche Bedeutung für uns, die Lebensgeschichte von Johann Sebastian Bach zum Thema Älterwerden hat?
Unter den vormals gegebenen Umständen der Praxisabgabe mit 75 Jahren, konnte auch ich bei den körperlichen Gebrechen und seelischen Belastungen, nicht erwarten, noch drei Bücher schreiben zu können; schon gar nicht, dass mir das Schreiben, als Dialog mit den Menschen, zu einer so befriedigenden Aufgabe werden könnte, dass dies den Einsatz aller meiner Ressourcen rechtfertigte. Ich wusste nur, dass ich, mit meiner Biographie und dem zugewiesenen Schicksal, als ein „spätberufenes Talent“ versöhnt, in der Lage war, in allen wichtigen Entscheidungen im Leben, dennoch nie zu spät zu kommen. Was konnte mich demnach hindern, im höheren Alter noch ein freier Schriftsteller zu werden?
Es stellte sich vor allem die Frage nach der Lebenserwartung. Leben und Tod sind aber als unverfügbare Vorgaben, neben anderen Grundworten wie die Frage des Vorsokratikers Parmenides “warum gibt es etwas und nicht Nichts“ und die Pilatusfrage im Verhör mit Jesus: „was ist Wahrheit“ auch heute sinnvoll. Auch wir könnten die Frage stellen, was bedeutet uns heute Wahrheit, Leben und Tod? Könnte unser gelegentliches Schweigen ausdrücken, dass es uns bei dieser Nachfrage die Sprache verschlägt, weil es sich um grundsätzliche Themen handelt, die wir nicht im Griff haben, sondern die uns umgreifen? Ich möchte Sie, liebe Leser, einladen, mit mir zusammen in dieser Hinsicht das Leben und Werk Johann Sebastian Bachs zu betrachten, um über diese Grundworte und deren Bedeutung für unser Leben und Älterwerden nachzudenken:
Durch die Lektüre des vorgenannten Buches, sind mir vor allem die zwei Grundordnungen wieder ins Gedächtnis gerufen worden, vor denen wir nicht die Augen verschließen sollten: Es sind zwei unumstößliche Tatsachen, denen wir, wenn wir auf das Ganze des Daseins achten, begegnen. Schon viele Generationen vor uns hatten davon Kenntnis, und prägten die inhaltsschweren Sätze: „Media in vita in morte sumus“, und ich füge hinzu: „Media in morte in vita sumus“. Zu Deutsch: Mitten im Leben sind wir im Tod, und mitten im Tod sind wir im Leben. Johann Sebastian Bach anerkannte die zwei Ordnungen des Lebens und Sterbens, denen auch wir nicht entgehen können, und entfaltete in vorbildlicher Weise zur Ehre Gottes, sein schöpferisches, musikalisches Talent. Pilatus stellt die Frage: „Was ist Wahrheit?“ Wir könnten ihm einfach antworten: „Wahr ist, dass wir leben und sterben“ Der Psalmist Koholet spricht davon, dass alles seine Zeit habe. Wir wissen todsicher, dies gilt auch für uns. Ohne gefragt zu sein, beginnt unser Dasein und endet, wenn wir es nicht stören, ebenso. Dazwischen liegen Tage und Nächte, und einige Jahre die Erfahrung von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Es obliegt uns allen, beim Älterwerden die genannten Grundordnungen des Lebens und Sterbens zu bejahen, in einem schöpferischen Prozess die eigenen Ressourcen zum Wohl des Ganzen zu entfalten, und vom Leben in Dienst genommen zu werden. Wir wissen, auch wenn wir es vermeiden, darüber zu sprechen, dass jede Stunde, Minute oder Sekunde, die uns geschenkt ist, ein Vergehen, und damit Sterben unserer verfügbaren Zeit ist. Genau so steht fest: Einmal werden uns sicher alle Handlungsmöglichkeiten auf Erden genommen, ohne dass wir den Tag, die Stunde oder Art und Weise unseres Todes genau kennen. Hoffen dürfen wir aber, dass andere Menschen, die dasselbe Schicksal mit uns teilen, noch nach uns da sein werden. Ihnen und den Bedingungen unseres gemeinsamen Daseins gilt daher, Generationen übergreifend, unser Sorgen und Handeln. Es scheint nicht nur, sondern es ist wirklich so, dass wir mitten im Leben von Geburt an auf unseren endgültigen Tod hin, auch im Vergehen der Zeit sterben. Es gilt aber auch der andere Satz, mitten im Sterben zu leben, ebenso. Kein Mensch, der natürlichen Todes stirbt, kennt, wie wir sahen, den Tag oder die Stunde. So besehen ist die uns geschenkte Zeit, immer auf Zukunft offen. Diese Offenheit auf Zukunft, diesen Vorlauf an Zeit, über den wir verfügen dürfen, gilt es zu sehen und zu nutzen. Es scheint mir allerdings schwieriger, Ihnen liebe Leser, zu erhellen, warum ich darauf bestehe, dass wir mitten im Sterben der Zeit auch Leben, sodass auch der Satz „Media in morte in vita sumus“ für uns gilt.
Angeklungen ist bisher schon, dass wir uns damit abfinden müssen, dazu bestimmt zu sein, über den Anfang und das Ende unserer Existenz nicht zu verfügen. Wir stoßen mit der Frage danach, im Grunde auf ein Geheimnis, und sollte mich jemand fragen, wer ich bin, dann muss ich ehrlicherweise sagen, ich weiß nur dass ich auf dieser Welt bin und einmal nicht mehr in dieser Welt sein werde. Ich brauchte aber eine geraume Zeit, um zu erkennen, dass wir Menschen einander ein Geheimnis sind und bleiben, und uns ebenso in einem geheimnisvollen Kosmos bewegen, der all unserem Bemühen, ihn empirisch zu erfassen, widersteht. Kinder, und ich war selbst ein neugieriges Kind, aber auch Erwachsene, sind unter günstigen Umständen in der Lage, offen zu sein und zu bleiben für das Geheimnis des Werdens und Zieles unserer Existenz.
In meinen Büchern bin ich dem „Unerklärlichen“, dem Geheimnis und zielstrebenden „Drängen“, auf der Spur geblieben. Ich sprach auch schon davon, wie wichtig es mir wurde, beim Eintritt in den Ruhestand, den eigenen Weg zu finden, um diesem Lebensimpuls nachzuspüren. In allen meinen Erzählungen, in denen ich über das uns geschenkte Leben nachdachte, versuchte ich, die uns begegnenden Geheimnisse des Daseins zu wahren, und von der Freude über die zukunftsoffene Gegenwart und Geschichte der Menschen zu künden. Erst im höheren Lebensalter, nach dem Ende der beruflichen Pflichten, fand ich wieder Zeit und Muße, mich wie in der Kindheit, über das Wunder meiner Existenz, das geheimnisvolle Geschehen in mir, der Natur und die Geschichte der Menschen zu freuen. Auch darüber zu staunen, dass ich, ähnlich, wie Johann Sebastian Bach, bis zur Stunde, trotz aller mir auferlegten Gebrechen, und den im Leben mit unserem Volk und in der Völkergemeinschaft erlittenen Schrecken, nicht erstarrte, sondern offen bleiben durfte, für das Geheimnis der Zukunft:
Praktisch bedeutet das, dankbar zu sein, für den je neuen Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde. Ich wundere mich immer wieder, zu welchen Leistungen das menschliche Gehirn, auch in der erholsamen Nachtruhe, fähig ist. Manche Menschen scheinen das Geschehen von Tag und Nacht sehr stark zu trennen, sodass Traum und Fantasie eher als störend erlebt werden. Ich habe nicht nur beruflich seit vielen Jahren ein ungestörtes Verhältnis zu meinen Träumen. In den letzten Jahren beobachte ich die eigene Kreativität der Träume, die mir manchmal neue Erkenntnisse, in Form ganzer Handlungsabläufe, schenken. Die offenere Haltung neuen Einfällen gegenüber macht sich auch in überraschend auftauchenden Tagesfantasien bemerkbar. Auch die Beziehungen zu anderen Menschen veränderten sich im Ruhestand: Ich achte mehr auf die eigene und die Befindlichkeit der Anderen. Es ist mir bei Gesprächen ein Anliegen, den Dialog so zu gestalten, dass genügend Raum für das Auftauchen neuer Aspekte gegeben ist. Ich freue mich, wenn sich die Gesprächspartner in meiner Gegenwart sicher fühlen, und dann in der Lage sind, ohne Angst ihre eigene Meinung zu vertreten. Umständehalber bin ich auch mehr zu Hause, achte auf Haus und Garten und erlebe, immer wieder neu, im Werden und Vergehen, das Ereignis von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Ich bediene mich nicht nur der verfügbaren technischen Hilfsmittel, sondern ich bestaune und anerkenne immer mehr der Menschen Erfindungskraft, durch deren Produkte sie einen unverzichtbaren Beitrag für uns alle und die künftigen Generationen leisten. Muss ich noch besonders erwähnen, welche Fülle an Anregungen, Literatur, Kultur, Philosophie und Theologie uns schenken, um unser gegenwärtiges und künftiges Dasein zu gestalten?
Immer mehr fühle auch ich mich als Teil eines geordneten Ganzen, und berufen, mitzuwirken, um unser Dasein nach Kräften zum Wohle der Menschen mitzugestalten, und Schaden von uns abzuwenden, die wir alle inmitten des zeitlichen Vergehens, in unserem zukunftsoffenen Leben, einem endgültigen Ziel entgegen streben. Mit zunehmendem Alter musste ich aber auch unsere menschliche Existenz als ein Leben und Sterben in allen Formen bejahen lernen, und aus einem festen Grund – Natur – Selbst- und Gottvertrauen heraus, trotz, Schuld, Krieg, Verfolgung und Widrigkeiten, auf ein Generationen übergreifendes Zusammenwirken und Fortbestehen von Menschheit, Natur und Kosmos, zu vertrauen. Liegt es da nicht nahe, auch auf eine letzte Vollendung der irdischen Existenz zu hoffen, und uns der christlichen Botschaft auf Erlösung und ewigem Leben zu öffnen? Möge uns allen die Gnade zuteilwerden, dass wir uns in Glaube Hoffnung und Liebe vertrauensvoll vor unserem „Dreifaltigen Gott“, anbetend verneigen, der uns in allen bewussten und unbewussten guten Gaben unseres Daseins in lebensbewirkender väterlicher, zukunftsoffenen Liebe, über den Tod hinaus begegnen will. Wenn aber wir Menschen uns schon einander, nur unter Wahrung unserer auf Zukunft offenen Existenz in Vertrauen und Würde begegnen können, um wie viel mehr ist zu wünschen, dass wir der Zusage unseren Herrn Jesus Christus, dem Gottessohn vertrauen, der uns im Heiligen Geist, in Glaube Hoffnung und Liebe in eine sichere, glückliche, ewig offene Zukunft führen kann.

Der Dreifaltige

Die Schleier lüften sich leicht, und geben dem nach Liebe dürstenden Herzen den Blick frei auf DICH, Du dreimal Heiliger Gott, und die Sehnsucht schwingt mit, bei DIR zu sein. DICH Abba, lieber Vater, von Anbeginn bis in alle Unendlichkeiten zu schauen und Deine herrliche Gegenwart zu ahnen und zu rühmen. Wie oft hat dieses unruhige Herz in den „Vater unser Bitten“ geglaubt, dass DU da bist, DU unser aller Vater. Aber jetzt erhebst DU für einen Augenblick meine Seele zu DIR, DU Grund meiner Bestimmung. Stiller Jubel und Tränen der Freude fließen über. Nichts hindert mich mehr, DICH mit allen Sinnen zu loben und zu preisen; zu lauschen und zu hören, was DU mir zu sagen hast, DU sprechendes Geheimnis. Ohne eigenen Verdienst nahst DU DICH mir, und ich darf durch DICH, mit DIR, und in DIR, dem Heiligen, glauben, hoffen, und lieben. Lieber Vater, Freude und Trauer meines Lebens schenke ich DIR, und mein Herz öffnet sich weit. Tausend mal tausend Mal habe ich DICH gesucht, die Hände nach DIR ausgestreckt, und nun bist DU, unermessliches Geschenk, unser aller Vater, auch bei mir. Nimm DU mich in die Arme und berge mich in DEINEM Schoß. Lege DEINE gütigen Hände auf DEIN Geschöpf und halte es fest. Es ist wahr, was wir glauben, und wirklich, was wir erhoffen und ersehnen. DU bist die Liebe, die alles Geschaffene mit DIR verbindet. Nun sind Schleier gefallen. Daher lade ich die ganze Schöpfung und alle Engel des Himmels ein, mir zu helfen, DICH zu preisen. Wie gut, wie groß, wie heilig bist DU, EWIGER, GÜTIGER, BARMHERZIGER. DU Vater aller Väter: Dein Wille geschehe in den Himmeln und auf Erden.
Und ich sehe im Geiste DEINEN geliebten Sohn, Jesus Christus, den Menschensohn zu DEINER Rechten. IHM gebührt wahrlich der Platz an Deiner Seite; IHM, unserem und meinem besten Freund. Wie unsagbar schön ist es, dass DU unser Meister und Herr nicht mehr leiden musst. Von Kindheit an bist Du Herr, als Sklave der Liebe und Zeichen der Hoffnung und Treue, an meiner und unserer Seite gestanden. DU, ein Bruder der Entrechteten und Verfolgten, ein Freund der Demütigen, Leidenden, Armen, Liebenden; unser aller Lehrer und Heiland. Meine Seele fließt über von DEINEN Worten wie ein Bach, der das dürre Land benetzt, damit die Saat DEINER Liebe unter uns Menschen aufgehen kann. An DEINER Hand und durch DEINE Worte belehrt, bereit zu sein, das Brot und den Wein des, Glaubens, Hoffens und Liebens, miteinander reichlich zu teilen. Der DU unsere Fesseln löst, uns aus den Schlingen des Bösen befreist, und uns auf unserem Weg voran gehst durch Kreuz und Auferstehung, hin zu DEINEM und unserem Vater. Bitte Du, Heilige Gottesgebärerin, für uns bei Deinem Sohn um unser Heil, damit wir nicht verloren gehen, und den Eingebungen des Heiligen Geistes allezeit folgen.
Heiliger Geist, aufs Innigste mit dem Vater und dem Sohne vereint, erhebe unsere Seelen zu DIR, und gieße uns DEINE Gnaden in reicher Fülle ein, damit wir im Glauben bestärkt, in der Hoffnung fest, und in der Liebe treu bleiben. O Sanctus Spiritus, bleibe gnädig bei uns: Du Weisheit der Klugen, DU Trost der Bedrängten, DU Glück der Liebenden, DU Ratgeber der Suchenden, DU Kraft der Zeugen, DU Friede der Betenden. DU Wort in unserem Mund, DU Richtung unseres Hörens und Begreifens, DU Quelle allen Lebens. O Sanctus Spiritus, DU Erleuchtung unseres Geistes, DU Richtung unseres Glaubens, Hoffens und Liebens, gepriesen ja gepriesen, seist Du jetzt, allezeit und in Ewigkeit.
Amen

 

Mein Herz geht auf Reisen

Mein Herz geht auf
Reisen es soll sich
erweisen ich suche
die Liebste die
Schönste mir aus

Ein Herz geht auf
Reisen ein Stern
führt die Weisen
bei Dir o Maria
da ruht es sich aus

Du schönste der
Frauen Dir kann
es vertrauen Dein
Schutz und Dein
Segen bleibt ewig
bestehen

O liebste der Frauen
auf Dich kann es
bauen Du kannst
unsre Fragen und
Sorgen verstehen

Mein Herz das auf
Reisen heut will es
Dich preisen Du
schenkst uns o Mutter
das himmlische Kind

So lasst sie uns schauen
ihr Männer und Frauen
die LIEBE die Himmel
und Erde verbind

Maria mit dem Kinde lieb uns allen Deinen Segen gib.

 

 

 

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