Lesung und Evangelium

Hl. Meinrad (Meginrad) – Hl. Meinrad (Meginrad) | Hl. Agnes – | Mehr…
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Erstes Buch Samuel 17,32-33.37.40-51.
In jenen Tagen sagte David zu Saul: Niemand soll wegen des Philisters den Mut sinken lassen. Dein Knecht wird hingehen und mit diesem Philister kämpfen.
Saul erwiderte ihm: Du kannst nicht zu diesem Philister hingehen, um mit ihm zu kämpfen; du bist zu jung, er aber ist ein Krieger seit seiner Jugend.
Und David sagte weiter: Der HERR, der mich aus der Gewalt des Löwen und des Bären gerettet hat, wird mich auch aus der Gewalt dieses Philisters retten. Da antwortete Saul David: Geh, der HERR sei mit dir.
David nahm seinen Stock in die Hand, suchte sich fünf glatte Steine aus dem Bach und legte sie in die Hirtentasche, die er bei sich hatte, in den Vorratsbeutel. Die Schleuder in der Hand, ging er auf den Philister zu.
Der Philister kam immer näher an David heran; sein Schildträger schritt vor ihm her.
Als der Philister aufblickte und David sah, verachtete er ihn, denn er war jung, rötlich und von schöner Gestalt.
Der Philister sagte zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit einem Stock zu mir kommst? Und er verfluchte David bei seinen Göttern.
Er rief David zu: Komm nur her zu mir, ich werde dein Fleisch den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben.
David antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Speer und Sichelschwert, ich aber komme zu dir im Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen Israels, den du verhöhnt hast.
Heute wird dich der HERR mir ausliefern. Ich werde dich erschlagen und dir den Kopf abhauen. Die Leichen des Heeres der Philister werde ich noch heute den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren geben. Alle Welt soll erkennen, dass Israel einen Gott hat.
Auch alle, die hier versammelt sind, sollen erkennen, dass der HERR nicht durch Schwert und Speer Rettung verschafft; denn es ist ein Krieg des HERRN und er wird euch in unsere Hand geben.
Als der Philister weiter vorrückte und immer näher an David herankam, lief auch David schnell auf die Schlachtreihe zu, dem Philister entgegen.
Er griff in seine Hirtentasche, nahm einen Stein heraus, schleuderte ihn ab und traf den Philister an der Stirn. Der Stein drang in die Stirn ein und der Philister fiel mit dem Gesicht zu Boden.
So besiegte David den Philister mit einer Schleuder und einem Stein; er traf den Philister und tötete ihn, ohne ein Schwert in der Hand zu haben.
Dann lief David hin und trat neben den Philister. Er ergriff sein Schwert, zog es aus der Scheide, tötete ihn und schlug ihm den Kopf ab. Als die Philister sahen, dass ihr starker Mann tot war, flohen sie.
Psalmen 144(143),1.2abc.9-10.
Kv: Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist.
Gepriesen sei der HERR, mein Fels, der meine Hände den Kampf lehrt, meine Finger den Krieg!
Er, meine Huld und meine Festung,
meine Burg und mein Retter,
mein Schild, dem ich vertraue.
Gott, ein neues Lied will ich dir singen, auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,

dir, der den Königen Sieg verleiht, der David, seinen Knecht, vom Schwert des Unheils befreit.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 3,1-6.
In jener Zeit als Jesus wieder in die Synagoge ging, war dort ein Mann mit einer verdorrten Hand.
Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!
Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.
Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand wurde wiederhergestellt.
Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.
Lektionar. Rechte: staeko.net
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Im Namen des Vaters Sohnes und Heiligen Geistes

Ein treuer Freund

Wir haben uns auf 10.00 Uhr vereinbart. Ich sage zu ihr: »Auf ihn können wir uns verlassen, er wird sicher pünktlich sein. « Sie zweifelt und meint: »Er hat doch eine weite Reise vor sich. Bei dem lebhaften Verkehr auf den Straßen muss man immer mit Staus rechnen.« Ein Blick auf die Uhr: Es ist 9.50 Uhr und damit noch 10 Minuten, bis zum vereinbarten Termin. In vielen Jahren gemeinsamer Tätigkeit in der gleichen Firma, lernte ich meinen Freund Josef, einen Bauingenieur, als einen tüchtigen, verlässlichen Menschen schätzen. Er würde mir sehr fehlen, wenn ich ihn nicht kennen gelernt hätte. War er doch ein bescheidener, lebensfroher, intelligenter Mensch, der sich nicht nur in seinem Beruf, sondern auch in vielen Belangen des täglichen Lebens gut auskannte: Er konnte ein Motorrad in Teile zerlegen und wieder zusammenbauen, ohne dass etwas übrig blieb. Sportlich, vielseitig interessiert, gehörte er in seiner Altersgruppe als Marathonläufer und in anderen Sportarten zu den Besten. Josef erledigte seine Aufgaben gewissenhaft, und war sehr an klassischer Musik, philosophischen und ethischen Fragen interessiert. Er stand zu seiner christlich geprägten Weltanschauung und zu einigen skurril anmutenden Sonderheiten: Josef war überzeugter Vegetarier und trug aus Gründen der Pietät, aus der Mode gekommene Schuhe und Kleidungsstücke seines Onkels, der als Pädagoge an einem Gymnasium tätig war. Mit Frauen tat er sich schwer: Ich wurde Zeuge einer Auseinandersetzung Josefs mit unserer früheren, hübschen Sekretärin einer Bauunternehmung. Er versuchte eine Annäherung auf philosophischem Wege und brachte unsere Sekretärin, die nichts davon verstand, zur Weißglut. In Ihrem Zorn nahm sie ein vierkantiges, an den Ecken metallverstärktes Lineal und schlug so hart auf den »Philosophen« ein, dass es in Stücke zerbrach. Josef schützte seinen Kopf notdürftig mit den Armen, verzichtete auf den unerwünschten Dialog mit unserer Sekretärin und flüchtete im Rückwärtsgang aus deren Büro. Wie er dennoch eine lebenstüchtige, charmante Vegetarierin fand, und einer Schar Kinder, in langjähriger Ehe, die Wege ins Leben ebnete, grenzt ans Wunderbare. Wir Kollegen waren nicht ganz schuldlos, denn wir informierten ihn, dass eine hübsche Apothekerin sich darüber freuen könnte, wenn er ihr anböte, ihren Dackel Gassi
zu führen. Für alles, was sich daraus ergab, trägt er und seine Frau, die Verantwortung. Viele Jahre hatte ich meinen Freund nicht mehr gesehen. Nun ergab sich ein Anlass, ihn zu uns einzuladen.Wir beabsichtigten, ein älteres Haus in Backnang zu kaufen. Seit meiner Tätigkeit als Baukaufmann im technischen Stab eines größeren Unternehmens, war ich mit Einschätzungen unserer Ingenieure vertraut, dass in jeder Altbausubstanz mit versteckten Risiken zu rechnen ist. Wir hatten allen Grund, uns vor einem Kauf fachlichen Rat ein zu holen. Ich erinnerte mich an meinen Freund und bat ihn, uns zu besuchen und das Haus zu begutachten. Er sagte zu. Und wenn Josef zusagte, galt sein Wort. Es war inzwischen 9.55 Uhr. Ein Wagen fuhr vor. Josef stieg aus. Er war, wie ich, zwar älter geworden, wirkte aber, wie früher, schlank und athletisch. Wir begrüßten uns. Ich stellte ihm meine Frau vor und sagte zu ihm: »Josef, treibst Du immer noch so viel Sport wie früher? « Er antwortete: »Eigentlich nicht. Ich habe in den letzten Jahren nur noch an Marathonläufen teilgenommen in meiner Altersgruppe, und um mich fitt zu halten, an Geländeläufen. Vierzehn Tage später erfuhr ich über meinen Friseur, der selbst auch Rennen lief, dass Josef ganz in der Nähe einen Rundkurs gewonnen habe.

Wir besichtigten das Haus. Josef haben wir es zu verdanken, dass wir uns nicht auf einen Kauf mit erheblichem finanziellem Aufwand, wegen des notwendigen Umbaus eingelassen haben. Er nahm zum Abschluss des Gesprächs eine Einladung in unserer Wohnung an. Ich hatte meine Frau bereits darauf eingestellt, und darauf hingewiesen, dass Josef Vegetarier sei. Er wies, wie erwartet, mit einer freundlichen Geste unsere Käsespätzle mit Salat zurück und bat um trockenes Brot, nicht ohne uns zu versichern, wie herrlich das schmecke, wenn er es ausreichend kaue. Ein »Sonderling«, wenn ja, dann aber ein äußerst liebenswerter.

Wege zu einander

Der Habenichts

Aus einem tiefen, gesunden Schlaf erwachend, geriet Habenichts in eine innere Erregung wie vor einem wichtigen Ereignis. Obwohl die Sonne schon zaghaft den jungen Tag ankündete schloss er die Augen wieder. Zu schön und kostbar war das, was sich seinen inneren Augen darbot. In staunender Betrachtung verfolgte er wie sich wie von Hand eines Künstlers, Bild an Bild reihte:
Habenichts befand sich träumend im hohen Mittelschiff einer himmelwärts strebenden, gotischen Kathedrale. Tief beeindruckt von den Altären und Kunstwerken, verweilte er in einer Kirchenbank. Da bemerkte er in einer Seitenempore, einen betenden Mönch, der mit gesenktem Kopf, das den Raum füllende Orgelspiel in sich aufnahm.
Plötzlich schien es Habenichts, als könne auch er die Orgelklänge hören, die sich mit den hochstrebenden Pfeilern des Kirchenschiffes, zu einem feierlichen Lobgesang vereinigten. Und es weitete sich sein innere Schau: Habenichts erinnerte sich an die schönsten Augenblicke seines Lebens, in denen er die Nähe Gottes fühlen durfte. Der Gesang und die Musik schienen nun, wie auf Engelsflügeln, den Kirchenraum zu verlassen. Alles sollte nun mitsingen, dachte Habenichts, in seiner kindlichen Freude, die ihn ergriff.
Was war nun auf wunderbare Weise mit seinen Ohren und Augen geschehen? Die Sterne am Himmel begannen zu klingen, Quellen und Wasserläufe stimmten auf ihre Weise mit ein. Ein Windstoß bewegte wie von Geisterhand, die Blätter von Büschen und Bäumen zu einem großen Rauschen. Die Tier und alle Lebewesen gerieten im Licht der aufgehenden Sonne in Erregung. Habenichts fühlte sich in seinem Federbett ruhend, reich beschenkt und wagte es nicht, zu erwachen, um ja nichts von diesem Erlebnis zu versäumen. Still, im ruhigen Atmen, war er bereit, all das Schöne geschehen zu lassen. Raum und Zeit verloren ihr Maaß:

Seine feinen Ohren vernahmen sogar den harmonischen Gesang und die feierliche Musik von Männern, Frauen und Kindern in allen Sprachen der Menschen. Es schien Habenichts, als stimme das ganze Universum in den Lobgesang ein und auch er sei berufen, seine Freude hinaus zu jubeln. Erwachend und vor Freude zitternd begann er leise und dann mit immer festerer Stimme zu singen: „Ad Deum ad Dominum, ad Deum ad Domininum, ad Deum ad Deum oremus!“

Dem Heiligen Geist

Innige Freude und Dankbarkeit drängt sich aus einer meditativen Stille ins Wort. Im Anfang war das Wort und es wirkt in unser aller Leben in Zeit und Ewigkeit. Es ist der unfassbare und zugleich wirkmächtigste Geist Gottes, der Heilige Geist, von dem ich zu reden wage. Wir können nur SEINE Wirkungen erkennen. ER weht wo und wann ER will. Alles ist aber durch IHN belebt. Der Heilige Geist erneuert, drängt, bestärkt, durchwaltet uns Menschen und alles Geschaffene um es nach Gottes Willen in Form zu bringen.
In der Stille der Seele und im Handeln, fast unmerklich, wirkt diese kraftvolle Stimme, die unsere Herzen und den Verstand in alle Wahrheit einführt, und unsere schöpferischen Kräfte zum Dienst an einander in unserer Zeit ausrichtet. Es ist der Geist, der uns als Einzelne befähigt, das Wohl des Ganzen im Blick zu behalten. Der Heilige Geist der uns in der Liebe vereint und Standfestigkeit im Leben verleiht. ER vermag unser Vertrauen auf Gottes Wort und die Hoffnung auf ein ewiges Leben zu bestärken.
Der Heilige Geist möge mir verzeihen, dass ich SEIN lebendiges Wirken in meinem und unser aller Leben in Zeit und Ewigkeit so spät gewürdigt habe. Uns allen wünsche ich die Fülle SEINER Gaben.
Gott befohlen.
Euer Franz aus Oppenweiler

Komm Heiliger Geist

Drogen

Verschiedene Spezialeinheiten der Polizei fahnden in Münster nach Tätern, die in einer Gruppe zusammen arbeiten. Trotz verstärkter Fahndung in den letzten Monaten, gelang es nicht, die Täter zu finden. Im Polizeipräsidium am Friesenring wurde deshalb ein Krisenstab eingerichtet. Heute trifft sich der Einsatzleiter mit den an der Fahndung beteiligten Beamten zu einer ersten Lagebesprechung. An der Wand hängt ein Stadtplan von Münster. In der Vergrößerung ist rot umrandet die Umgebung des Westfälischen Krankenhauses für Psychiatrie, das nahe gelegene Erholungsgebiet, eine Kirche am Friesenring, die Zufahrt zur Autobahn, und das Kreuzviertel, deutlich zu erkennen. Wegen des vermuteten Drogen- und Menschenhandels der Täter wurden seit einem halben Jahr Beamte des Einsatzkommandos der Polizei und der Drogenfahndung in die Ermittlungen eingeschaltet. Der Bereich um das Krankenhaus, der nahe gelegene Park, die Kirche am Friesenring, die angrenzenden Straßen und die Zufahrt zur Autobahn wurden in letzter Zeit verstärkt observiert. Der Einsatzleiter bespricht mit seinen Mitarbeitern die aktuelle Lage: In dem auf dem Stadtplan umgrenzten Bereich, seien verschiedentlich Einbrüche in Wohnungen und Arztpraxen erfolgt, und Personen mit auffälligem Verhalten, als ob sie unter Drogen ständen, beobachtet worden. Die örtlichen Zeitungen berichteten aktuell über die Vorgänge in einer die laufenden Ermittlungen beeinträchtigenden Form. Unter öffentlichen und politischen Druck geraten, verlangte die übergeordnete Behörde verstärkte Ermittlungen, um die Bürger der Stadt besser zu schützen. Daher bleibe der Einsatzleitung keine andere Wahl, als den Fahndungsdruck zu erhöhen, um Hinweise auf die Täter zu finden. Die bisherige Taktik, das polizeiliche Vorgehen geheim zu halten, um die Täter nicht zu warnen, müsse daher aufgegeben werden. Die Einsatzleitung habe daher beschlossen, ab sofort die Bürger, Medien und das Fernsehen, zur Mitarbeit bei der Fahndung zu aufzufordern und dem Polizeipräsidium sachdienliche Hinweise zu melden. Die ermittelnden Beamten seien gehalten, alle Meldungen bei der Überprüfung vertraulich zu behandeln. Die Leitung des Krankenhauses und die Kirchenbehörde seien über die verstärkte Fahndung bereits informiert, und die verstärkte Observation der Straßen zur Autobahn angeordnet. Die Einsatzleitung rechnete durch diese Maßnahmen und die ausgesetzten Belohnung in Höhe von € 5000 mit weiteren Hinweisen auf die Täter und mit einer Versachlichung der öffentlichen Diskussion. Danach hielt der Leiter der Einsatzgruppe folgende Ansprache:
„Liebe Mitarbeiter,  wir stehen aktuell unter starkem öffentlichem und politischem Druck, bald einen Fahndungserfolg melden zu können. Ich verlasse mich auf Ihre Mitarbeit und Kreativität, denn in den letzten Jahren haben Sie sich durch eine vorzügliche Ermittlungsarbeit ausgezeichnet. Ich hoffe, dass wir aufgrund unserer Erkenntnisse, den eingeleiteten Maßnahmen, der Mithilfe der Bürger, der Medien und des Fernsehens, die richtigen Schritte zur Ermittlung der Täter eingeleitet haben. Da wir es mit international im Drogenbereich agierenden Tätern zu tun haben, erwarten wir durch die Erweiterung unseres Krisenstabes und die Hilfe der Medien, besonders des Fernsehens, die richtigen Schritte zur Unterstützung unseres Einsatzkommandos und der Spezialeinheit für Drogenkriminalität eingeleitet zu haben. Unser vergrößerter Krisenstab wird sich regelmäßig zur Lagebesprechung bei uns im Polizeipräsidium treffen.“ Die beiden Hauptkommissare Herbert und dessen Freund Josef rückten zusammen und tuschelten sich zu: „Was ist denn bloß in unseren Alten gefahren? Als seine lieben Mitarbeiter uns der Chef bisher noch nie angesprochen. Er muss wohl mächtig Druck von Oben bekommen haben. Ein Lob und die Äußerung seines Vertrauens in unsere Arbeit, gab es doch selten. Es entstand ein lautes Stühle rücken und die Sitzung war beendet.

Agnes, eine hübsche junge Frau, studiert seit einigen Monaten Medizin in Münster. Sie stammte aus einer gut situierten, eher konservativen Familie einer Stadt in Hessen und hatte zwei ältere Brüder. Den ersten Schock des Wohnortwechsels und den Abschied aus vertrauter Umgebung, hatte sie in den rückliegenden Monaten überwunden. Sie bewohnte ein hübsches Zimmer in der Nähe des Krankenhauses am Friesenring in Münster. Die ersten Kontakte zu Kommilitonen einer Studentengemeinde waren geknüpft. Agnes kannte sich inzwischen an der Universität, im Stadtzentrum um den Dom und in den Lokalen des Kreuzviertels, sehr gut aus. Unter den Studenten wurde die Mutter Birken und ein anderes Lokal im Kreuzviertel bevorzugt, in dem es auch spät abends noch knusprige Brathähnchen und ein frisches Bier gab.Weniger überzeugend verlief bei Agnes der bisherige Studiengang: Die Umstellung auf eine, freie Tagesgestaltung und das zunächst recht trockene Studium, machten ihr zu schaffen. Besonders der Kontakt zu den Kommilitonen und deren recht freizügiges Benehmen, passten nicht zu ihrer bisherigen Weltanschauung. Wenn da nicht die Freundin Marie gewesen wäre, die sich auch ein wenig fremd vorkam in Münster, dann hätte ihre Stimmung noch mehr gelitten. Mit ihr traf sie sich öfters zu einem Bummel unter den Arkaden des Prinzipalmarktes zu einer Tasse Kaffee. Vertraut waren ihr schon die Wege um den Aasee und der Markt am Dom an den Samstagen. Natürlich hatte sie auch ihr Fahrrad von zu Hause kommen lassen, denn Münster war eine Stadt in der die Fahrradfahrer Vorfahrt hatten. Ein Glück, dass es auch ein Handy gab, mit Hilfe dessen der Kontakt zu den Eltern und ehemaligen Freundinnen jederzeit möglich war. Wer gab aber schon gern zu, dass ihm das Leben in Münster noch nicht so recht gelang, und die Stimmung ab und zu einen Tiefpunkt erreichte, besonders in den letzten Wochen der Vorbereitung auf ihre ersten Prüfungen.
An diesem regnerischen Abend war Agnes unterwegs Richtung Kreuzviertel, um dort bei einem Glas Bier und einem Brathähnchen unter Leuten zu sein, um die Stimmung etwas aufzuhellen. Sie genoss die heitere Atmosphäre, das Gemurmel der sich unterhaltenden Leute, das Brathähnchen und ihr Bier und konnte so die sich einschleichenden traurigen Gedanken zur Seite schieben. Als sie bezahlt hatte, das Lokal verließ, und sich allein auf den Weg nach Hause machte, kam das mulmige Gefühl aber wieder in ihr hoch. Sie hatte schon gelegentlich gezweifelt, ob sie das rechte Studium gewählt habe und erwogen, wenn die Situation sich nicht bessere, es abzubrechen. Es fehlte ihr auch der von zu Hause gewohnte religiöse Rahmen. Als sie in die Nähe der seit längerer Zeit nicht mehr benutzten Kirche am Friesenring kam, erinnerte sie sich an ihren ehemaligen Beichtvater, dem es dort durch seinen Zuspruch manchmal gelungen war, ihr bei gelegentlichen Problemen beim Studium zu helfen. Für einen Augenblick schien es ihr seine vertraute Stimme wieder zu hören. In der jetzigen Stimmung hätte sie mit ihrem ehemaligen Pfarrer gern geredet.
Tief in Gedanken, mit gesenkten Kopf, überquerte sie im Licht einer Straßenlaterne den Friesenring. Plötzlich tauchte aus dem Schatten der Kirche ein junger Mann auf. Er trug schwarze Jeans und einen dunklen Parker, um sich vor dem Regen zu schützen. Seine ganze Erscheinung wirkte wenig vertrauenserweckend. Agnes hatte es auch hier in Münster vermieden, sich von Fremden ansprechen zu lassen, wenn sie in der Dunkelheit allein unterwegs war. In der jetzigen traurigen Stimmung, überwandte sie aber ihre Bedenken und ließ sich auf ein Gespräch ein. Der Fremde gab sich als ein Student zu erkennen, der gerade von einem Treffen mit seinen Freunden komme, ein wenig Luft schöpfe, um dann wieder zu ihnen zurückzukehren. Agnes glaubte ihm und nahm nun weniger Anstoß an seiner Kleidung, denn sie war an der Universität auch Studenten begegnet, die wenig Wert auf ihre äußere Erscheinung legten. Als sich sogar heraus stellte, dass der Fremde schon einige Semester Medizin studierte, war der Bann vollends gebrochen. Sie ließ sich auf ein Gespräch ein. Die restlichen Zweifel lösten sich nach und nach auf, als ihr der Fremde erzählte, dass er zu einem in den Kellerräumen der Kirche für Studenten eingerichteten Treffpunkt unterwegs sei. Er frug Agnes, ob sie nicht Lust hätte, auf ein Glas Bier seine Freunde kennen zu lernen? Da er hinzufügte, dass es bei ihnen oft sehr lustig sei, war Agnes bereit, sich ihm anzuschließen.
Der Fremde ging voran. An der Rückseite der Kirche war ein dunkler Treppenabgang. Agnes zögerte, nahm aber dann die Hand des Fremden an. Es ging durch verschiedene nur sehr spärlich beleuchtete Gänge. Ohne fremde Hilfe hätte Agnes den Weg ins Freie nicht wieder gefunden. Da hörten sie Lärm hinter der Türe eines ehemaligen Luftschutzkellers. Der Fremde musste mehrmals mit drei kräftigen Schlägen, dem vereinbarten Zeichen, gegen die eiserne Türe klopfen.
Beim Öffnen der Türe blieb Agnes vor Schrecken der Atem stehen, denn sie erkannte eine Gruppe schwarz gekleideter Männer mit Masken, die um eine Statue im fahlen Licht herum tanzten. Plötzlich war es um sie geschehen: Zwei der maskierten Gestalten traten hinter Agnes und überwältigten sie, trotz ihrer Gegenwehr. Sie konnte nur noch bemerken, dass sie in die Mitte des Raumes gezerrt und auf einen Tisch gelegt wurde, um den sich die dunklen Gestalten scharten, dann wurde ihr linker Arm entblößt, sie spürte den Einstich einer Injektion und die die Sinne schwanden ihr.

Als Marie bemerkte, dass ihre Freundin seit mehreren Tagen nicht zu den Vorlesungen kam, begann sie sich Sorgen zu machen. Sie konnte ihre Freundin auch nicht mehr per Handy erreichen. Sie war noch am vergangenen Samstag mit ihr über den Markt gegangen, und hatte eigentlich nur davon geredet, dass ihr vor den ersten Prüfungen etwas bange sei. Das ging aber anderen Studenten ähnlich. Marie beschloss, an diesem Abend in das Lokal im Kreuzviertel zu gehen, denn sie wusste, dass Agnes dort manchmal anzutreffen war. Sie schaute auch bei der Mutter Birken vorbei, ohne ihr zu begegnen. Am anderen Tag läutete sie an der Türe zu ihrer Wohnung, fand aber nur einen überfüllten Briefkasten. Das war für Agnes Anlass sich um ihre Freundin vermehrt Sorgen zu machen. Nachdem Marie in den Abendnachrichten des Fernsehens den Hinweis der Polizei hörte, dass Bürger der Stadt aufgefordert würden, verdächtige Fahndungshinweise der Polizei zu melden, ging sie zum Polizeipräsidium am Friesenring, um nach dem Verbleib von Agnes fahnden zu lassen. Sie erzählt alles, was ihr bekannt war, gab eine Personenbeschreibung der Freundin ab, nannte Straße und Hausnummer ihrer Wohnung und übergab der Polizei auch ein Foto, das sie mit Agnes zeigte.
Zur vereinbarten Stunde traf sich der Krisenstab wieder: Es gab keine weiteren Erkenntnisse der an der Fahndung beteiligten Beamten. Der Leiter des Stabes gab danach bekannt, dass eine Vermisstenanzeige eingegangen sei. Eine zwanzigjährige Medizinstudentin nehme seit Tagen nicht mehr an Vorlesungen teil. Es sei auch bekannt, wo sie wohne und wo sie sich gelegentlich aufgehalten habe. Es gebe ein Foto von ihr, auf dem sie mit ihrer Freundin zu sehen sei. Dieser Spur zu folgen könnte für die laufende Fahndung von Interesse sein. Die bisher bekannten Daten der vermissten Person lägen ja in der Nähe zum Planungsraum der laufenden Fahndung. Es wurde daher entschieden, das Foto mit Hinweisen über die Vermisste in den Medien zu veröffentlichen, und Beamte in Zivil sollten die Lokale im Kreuzviertel, den Bereich der Wohnung der Studentin, sowie die Universität gezielt observieren, um nach der Vermissten zu suchen.
Eine Gruppe international vernetzter Krimineller, hatte sich im ehemaligen Luftschutzkeller einer unbenutzten Kirche am Friesenring in Münster eingenistet. Sie hielten diesen Ort für günstig, denn wer konnte vermuten, dass sie sich in der Nähe des Polizeipräsidiums ausgerechnet in einer Kirche trafen. Es schien ihnen auch wichtig, sich in einer Universitätsstadt zu bewegen, um Studenten für sich zu gewinnen. Der Plan hatte auch seine Berechtigung, da sich in der Nähe eine psychiatrische Einrichtung befand. Den Tätern war es gelungen, sich eine wahnbildende Substanz zu verschaffen, die durch Kuriere aus dem Ausland nach Münster gebracht wurde. Einige der Täter sollten versuchen, Personen, die durch das Studium in Krisensituationen gelangten, mit dem Hinweis auf eine Studentenverbindung anzulocken, die geheime Zusammenkünfte in einer ehemaligen Kirche veranstalte. Es sollte da in jeder Hinsicht frei und lustig zugehen.
Sobald es gelungen sei, ein Opfer zu gewinnen, würde es bei einer Veranstaltung im Keller der Kirche eine Injektion bekommen. Die verabreichte Droge hätte folgende Wirkung: Die Personen, denen die Droge injiziert wurde, seien völlig gefügig und bildeten den Wahn aus, dass es Sinn mache, sich sexuell und in ihrem Leistungsverhalten, den Tätern gefügig zu machen. Sie würde dann in den nationalen und internationalen Einrichtungen der Täter für deren Zwecke missbraucht.
Selbst wenn es diesen Personen gelänge, aus diesem System auszubrechen, würden sie dauernd der wahnhaften Vorstellung erliegen gegen diese Droge kämpfen zu müssen, die ihnen die Freiheit zu eigenen Entscheidungen nehme. Bisher sei es gelungen, den Bemühungen der Polizei zu entkommen. Man müsse aber besonders vorsichtig vorgehen, seit die Polizei auch mit Hilfe der Medien versuche, gegen sie vorzugehen. Bis zur Beruhigung der Lage sollten keine Opfer mehr gesucht oder ins Ausland abtransportiert werden. Es sei vor allem wichtig, die Studentin, die sich noch in ihrem Gewahrsam befinde, nachdem die Wirkung der Droge nachgewiesen sei, wieder frei zu lassen, um die Polizei nicht auf deren Spur zu bringen.
Agnes kam wieder zurück in ihre Wohnung, als habe sie sich nur einige Tage in Ferien befunden, erledigt ihre Post und ging wieder zu den Vorlesungen. Marie, ihre Freundin, war glücklich sie wieder zu sehen und meldet der Polizei, dass ihre Freundin sich wieder eingefunden habe. Die Suche nach der Vermissten wurde eingestellt.
Nach einigen Tagen fand die nächste Sitzung des Krisenstabes statt. Die vermutete heiße Spur zu den Tätern erwies sich als Irrtum. Die Studentin ging wieder ihrem Studium nach. Es erschien daher wenig sinnvoll nachzuforschen, wo sie sich in den letzten Tagen befunden hatte und das Schwergewicht der Fahndung wieder auf den bisherigen Fahndungsbereich zu verlegen. In dieser Sitzung wurden keine weiteren Täterhinweise berichtet Es wurden in der Sitzung keine weiteren Täterhinweise berichtet. Die beiden befreundeten Hauptkommissare blieben jedoch skeptisch und beschlossen, den Kontakt zur Freundin der gesuchten Studentin weiter aufrecht zu halten, obwohl die Fahndung in den Medien eingestellt wurde.
Marie freute sich, als ihre Freundin wieder auftauchte. Sie wollte aber nicht indiskret sein und vermied es sie zu fragen, wo sie sich die Tage über aufgehalten habe. War sie aber bisher Männern gegenüber eher zurückhaltend, so kleidete sie sich von nun an gewagt und zeigte auffälliges Interesse an Männern. Agnes erschrak über den unerwartet hohen Eifer der Freundin beim Studium. Jegliche Angst vor den Prüfungen schien von ihr abgefallen zu sein. Sie saß nun unentwegt vor ihren Büchern, verfehlte keine Vorlesung oder Übung und meldete sich oft zu Wort.
Heute Abend wollte Marie wieder einmal allein ausgehen. In der Mutter Birken würde sie sicher bei einem Bier von ihren Sorgen Abstand gewinnen und auf andere Gedanken kommen. Als sie in die Mutter Birken kam, sah sie die beiden Hauptkommissare, die ihre Meldung über ihre vermisste Freundin aufgenommen hatten. Die Polizisten in Zivil grüßten freundlich und boten ihr einen Platz an ihrem Tisch an. Nach einigen belanglosen Worten über die außergewöhnliche Hitze in Münster, die nach einem kühlen Bier schreie, tauchte die Frage auf: „Wie geht es denn ihrer zurückgekehrten Freundin?“ Marie hielt sich zunächst etwas zurück, dann aber erzählte detailliert, wie sehr sich ihre Freundin verändert habe. Man fand aber auch zu Dritt keine Erklärung hierfür. Die beiden Polizisten baten Marie, ihnen doch zu berichten, wenn sie irgendeine Beobachtung machte.
Die beiden Beamten berichteten im Krisenstab über ihre Unterhaltung mit Marie. Danach wurde entschieden, den Leitenden Psychiater des Landeskrankenhauses bezüglich der Verhaltensänderung bei der zurückgekehrten Studentin zu Rate zu ziehen. Dieser war zu einem Gespräch bereit, sah aber zunächst keinen Hinweis dafür, dass es bei der Verhaltensänderung Hinweise für eine psychische Abnormität gebe Da hielt er plötzlich inne und sagte: „Warten sie bitte einen Moment“. Als er zurückkam, hatte er eine Fachzeitschrift in Händen und begann das Gespräch erneut mit der Bemerkung: „Ich wusste doch, dass ich etwas gelesen habe.“
In diesem Journal wird von einer Untersuchung in Amerika berichtet, dass es neuerdings eine Droge gebe, die dazu führe, dass durch deren Injektion ein Wahn induziert werden könne, die diese Menschen antreibe sich dem Willen anderer gefügig zu machen. Eine international agierende Tätergruppe, setze diese Droge für ihre Zwecke ein. Selbst wenn sie dem direkten Einfluss der Täter entkommen würden, kämpften sie gegen die wahnhafte Vorstellung, in ihrer Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt zu sein. Es handle sich um die sogenannte Treiberdroge, deren Wirkung nur durch ein ärztlich injiziertes Gegenmittel aufgehoben werden könne. Die Beamten bedankten sich für die Bereitschaft des Arztes der Studentin gegebenenfalls das Gegenmittel zu injizieren.

Nach dem Bericht hierüber im Krisenstab, erhielten die beiden Beamten erneut den Auftrag zur diskreten Observation der Studentin im Kreuzviertel, beim Verlassen der Wohnung und in der Universität. Zunächst liefen ihre Bemühungen ins Leere. Dann aber eines Abends nach dem Besuch der Mutter Birken, schien ihnen die Studentin auffällig. Sie ging rasch, mit gesenktem Kopf, blieb immer wieder einmal stehen, als ob sie sich überzeugen wollte, ob ihr jemand folge.
Es gelang den Polizisten die Studentin in Deckung der Bäume unbemerkt zu beobachten. Hinter einer Hauswand blieben sie stehen, als sie im Licht einer Straßenlaterne den Friesenring überquerte und dann, im dunklen hinteren Bereich der Kirche verschwand. Die Beamten warteten mehrere Stunden, bis die Studentin wieder erschien. Sie folgten ihr, holten sie kurz vor ihrer Wohnung ein, wiesen sich als Polizisten aus, und fragten sie, was sie in der Kirche gemacht habe. Die Studentin zögerte gab aber dann zur Antwort, dass sie dort Freunde getroffen habe, bei denen es sehr frei und lustig zugehe. Sie könne auch mit ihnen in der Mutter Birken noch ein Bier trinken, wenn sie Lust dazu hätten. Dabei warf sie sich aufreizend in Positur. Die Beamten lehnten das Angebot ab schlugen aber vor mit ihr zu einem Freund zu gehen, der sie manchmal in schwierigen Situationen beraten habe.
Die Studentin nahm den Vorschlag mit der Bemerkung „auf Ihre Verantwortung“ zögernd an. Den Beamten gelang eine telefonische Vereinbarung mit den Direktor des Krankenhauses, der auch zu dieser späten Stunde noch zu einem Gespräch bereit war. Nach einer kurzen Konsultation, bei der die Studentin keinen Widerstand zeigte, injizierte der Arzt das Gegenmittel. Zweieinhalb Stunden später, schien die Studentin wie aus einem bösen Traum zu erwachen und stellte die Frage: „Wo bin ich?“ Nun war sie in der Lage und bereit über all das, was ihr erinnerlich war, zu berichten: „Sie sei vor Tagen abends etwas traurig in der Nähe der Kirche von einem Medizinstudenten angesprochen worden. Der habe sie überredet, seine Freunde zu besuchen, bei denen es im Studentenkeller der Kirche sehr lustig und frei zuginge. Sie sei ihm ängstlich gefolgt durch Gänge bis zu einer eisernen Tür. Dort habe er dreimal heftig geklopft, dann habe man sie überwältigt und ihr eine Injektion in den Arm gegeben. Was dann mit ihr geschehen sei, wisse sie nicht mehr genau bis auf die Begegnung mit ihrer Freundin, die sich wunderte, dass sie an Männern interessiert, nun sehr viel arbeite. Es handle sich um eine Gruppe von Männern, die sich im Keller der Kirche eingenistet hätten. Endlich war der Weg frei um im Krisenstab über das weitere Vorgehen zu beraten. Es wurde ein Einsatzkommando und eine Spezialeinheit der Kriminalpolizei in ausreichender Zahl eingesetzt, die die unbenutzte Kirche umstellte. Die Spezialeinheit drang in die Kellerräume vor, sprengte die eiserne Türe auf und verhaftete alle dort anwesenden Männer und Frauen. Alles wurde durchsucht und eine Fülle von Beweismaterial sichergestellt. In der Westfälischen Zeitung konnte man anderntags lesen, dass es den vereinten Kräften der Polizei gelungen sei eine internatinal agierende Tätergruppe festzunehmen und eine Menge Beweismaterial zu sichern.

 

 

Morgengebet

Im Namen des
Vaters des Sohnes
und des Heiligen
Geistes

O Gott alles was
was wir sind und
haben sind DEINE
Gaben
In allem was Himmel
und Erde gibt bist DU
es der uns ewig liebt

DICH durch den alles
begonnen haben wir
herzlich lieb gewonnen

Bewahre und vollende
in Frieden und Segen
zum Dank unser Leben

Dank Lob Ehre Herrlichkeit dem Vater Sohn und Heiligen Geist

Das Suchen und Finden

Vor einiger Zeit musste ich im Krankenhaus den Ehering vor einer Operation abgeben. Seit unserer Trauung vor Jahren, legte ich diesen Ring nie ab. Er war mir zu einem wichtigen Symbol unserer Ehe geworden. Diesen Ehering vermisste ich sehr. In meiner Not rief ich den Heiligen Antonius zur Hilfe. Er hat mich noch nie im Stich gelassen. Was hab ich nicht alles unter seinem Beistand in unserem Ehealltag wieder gefunden. Da ging die Türe zu meinem Zimmer plötzlich auf. Eine Schwester trat ein und zeigte mir an einem Plastikband einen Ring mit der Frage, ob ich ihn vermisse. Es war mein Ehering. Manchmal gelang es mir auch im Alltag, einen Gegenstand, Haus- oder Autoschlüssel, ohne einen himmlischen Beistand durch gezielte Überlegungen wieder zu finden. Dieses Suchen und Finden erlebe ich auch in Hamburg zusammen mit unserer Tochter Veronika und den Enkeln. Wenn sie sich hinter ihren Händen oder unter dem Badetuch verstecken, um dann wieder gefunden zu werden, strahlen sie jauchzend über das ganze Gesicht.Das stetige Suchen und Finden begleitet uns auf unserem ganzen Lebensweg: Wie oft suchte ich nach einem Wort, einem Begriff oder passenden Ausdruck für ein Ereignis. Auch neulich, als ich den Text „die Spukgestalten und Geister“ geschrieben hatte, entstand ein Zustand spannungsgeladener Erwartung und Neugier. Ich habe gelernt, dass es in solchen Situationen gelegentlich hilfreich war, sich eine kleine Pause zu gönnen, um Abstand zu gewinnen. Danach konnte es geschehen, dass mir das gesuchte Wort, der Begriff oder einige passende Aphorismen wieder einfielen.

Ich überließ mich daher dem Spiel der Gedanken, in der Hoffnung, dadurch ein neues Ziel zu finden, das mit meinem inneren Interesse übereinstimmen könnte, denn so entstanden viele meiner Texte. Vielleicht kennen Sie, liebe Leser, eine ähnliche Suche nach den nächsten Zielen Ihrer Aufmerksamkeit auch? Da sich aber nach meiner letzten Geschichte auf diese Weise kein weiter führender Einfall einstellte, entstand die Frage, was die Störung des Suchprozesses für mich bedeute? Ich musste daher das Ziel des Suchens verändern und entschloss mich, nun diese Störung und deren Ursache zu untersuchen. Wir dürfen gespannt sein, wohin uns die Analyse dieser produktiven Hemmung führt?

Im Unterschied zu meinem früheren beruflichen und familiären Alltag, war beim Übergang in den Ruhestand ebenfalls eine Änderung der Blickrichtung gefordert. Es wurden weniger Aufgaben von außen an mich herangetragen. Als ich gleichzeitig zu schreiben begann, änderten sich auch die angestrebten Ziele: Zunächst war es für mich sehr gewöhnungsbedürftig, Pflichten abzugeben, dann aber gewann ich zusehends Freude an der mir geschenkten Freiheit, nun Herr über den Tag und die Stunden zu sein. Ich lernte zusehends mehr, auf die eigenen Empfindungen und meine Reaktionen bei Ereignissen in der Umwelt zu achten. Ich entwickelte auch ein Interesse, die eigenen Gedanken und Gefühle, meinen Lesern in verständlicher Form mitzuteilen. Mit anderen Worten: Ich lernte „aus dem Leben für das Leben“ Texte über das zu schreiben, was mir bedeutungsvoll erschien.
Heute wage ich es ja auch zum ersten Mal, den Blick auf eine Hemmung beim Schreiben zu richten, und den Zustand zu thematisieren, in dem ich mich manchmal vor der Geburt einer neuen Geschichte befinde, um zu prüfen, zu welchen neuen Zielen mich dieses Nachdenken führen könnte. Im Moment achte ich zum Beispiel nur darauf, was mir zum Thema „Suchen und Finden“ noch einfällt: Dem Sprichwort „wer sucht, der findet“ gemäß, ist der suchende Geist bekannter Weise ja immer in Bewegung auf ein zu findendes, lohnendes Ziel. Die Auswahl der Ziele scheint jedoch nach den individuell wechselnden Bedürfnissen der Suchenden, und der subjektiven Bewertung und Bedeutung dieser Ziele zu erfolgen. Aus Erfahrung kann ich hoffen, dass auch mir durch die Untersuchung der Frage, was das Suchen und Finden für mich bedeute, eine neue Idee oder ein nächstes interessantes Thema einfallen könnte. Es scheint allerdings so, als ob die jeweils angestrebten Ziele, nur zum Teil die erwartete Befriedigung verschafften. Und dennoch treibt uns eine innere Unruhe, ständig weiter an, Ziele zu verfolgen. Könnte es daher sein, dass die jeweils nicht voll befriedigenden Teilziele, die Spannung erklären, die sich nach der Verwirklichung eines solchen Zieles wieder einstellt? Immer dann, wenn wir jedoch ein Ziel verfolgen, das mit unseren inneren Erwartungen, übereinstimmt, ist dieser Vorgang von der beruhigenden Erfahrung begleitet, trotz möglichen Unbehagens auf dem rechten Wege zu sein. So ging es mir auch seit dem Augenblick als ich mich daran machte, mit Ihnen über die Hemmung beim Schreiben und über Teilziele zu reden, von denen wir sicher wissen, dass sie uns nie voll zu befriedigen vermögen. Das Nachdenken über meine Blockade setzte zwar den Prozess des Suchens und Findens wieder in Gang. Er führte aber zu einem anderen Hinblick des Erkennens: Unseren jeweiligen Teilzielen scheint demnach ein unerklärlicher Bedeutungsüberschuss eigen zu sein, der zur Frage führt, was letztlich unsere Suchbewegung über alle einzelnen Ziele hinaus verursachen könnte? Mir fällt da der Satz von Augustinus ein “Unruhig ist mein Herz, bis es Ruhe findet in Gott“. Könnte es sein, dass dieser Satz genau unserer Suchbewegung entspricht? Bei unserem Suchen begegnen wir ja stets den Dingen und unseren Werken als Geschaffenen wie Teilziele, die nicht voll befriedigen, sondern über sich hinaus auf mehr, letztlich auf Gott unseren Schöpfer verweisen. Sie ermahnen uns daher als Teilziele, alles Geschaffene nicht mit dem Schöpfer zu verwechseln. Wenn aber schon die eigenen Kreationen und die Vielfalt der Dinge dieser Welt uns beeindrucken und erfreuen, wie groß muss dann unsere Freude sein, den Schöpfer zu erkennen, der allen unseren Zielen hier auf Erden und dereinst in Ewigkeit, Dauer und Bestand verleiht?

 

Das Geheimnis

Im ärmsten und
im reichsten
Kleid bringt
es Freude in
die Zeit
Es erhebt den
Augenblick aus
Armut hin zu
ewigem Glück
In Liedern
Worten und
Gestalten
bleibe es uns
erhalten

Das Kreuz der Erlösung und Hoffnung

Eine Liebesgeschichte

Ein Mann in den besten Jahren denkt über sein Leben nach. Dies soll auch heute ab und zu vorkommen. Viele Bilder ziehen an ihm vorüber. Er blickt auf seine an Beziehungen reiche Kindheit und Jugend zurück. Es sind Bilder vom fröhlichen Spiel im Sommer und im Winter zusammen mit seinen Gefährten. Die Schulzeit mit den Beziehungen zu den Mitschülern, Buben und Mädchen, die Erfahrungen mit Lehrern und Lehrerinnen, die Freude, am Lernen und die manchmal endlose Schulstunden in der Hoffnung auf das freie Spiel mit den andern Kindern. Im Sommer das Schwimmbad im Winter den Schlitten. Und dann das Erwachen des Interesses an den Mädchen. Es war sein eigenes streng gehütetes Geheimnis, in der Mittagszeit eine hübsche Schneiderin zu beobachten, die sich in der Pause mit ihren Freundinnen unterhielt. Nie hätte er es gewagt, sie anzusprechen, ihr zu sagen, wie schön sie für ihn war. Es war die Zeit in der er sich auch für Sport interessierte. Er bewunderte die hübschen Tennisspielerinnen in ihren kurzen Röckchen. Auch auf dem Sportplatz, galt das Interesse immer mehr den vielen Mädchen, die ihn immer wieder faszinierten. Er erinnert sich an Gespräche mit seinen Freunden über all diese Beobachtungen und an die Freude beim Tanzen. Bald hatte er vergessen, dass er von seiner Mutter das Tanzen lernte und ging seine eigenen Wege. Eine stille Sehnsucht nach Erfüllung und vertrauensvoller Beziehung zu einer Frau, die zu ihm passen könnte, begleitete die Jugendjahre.Er wurde älter und hatte erste Kontakt zu Frauen, die ihn faszinierten. Manche Beziehungen waren von kurzer Dauer von Enttäuschungen begleitet. Im Abstand und zeitlichen Rückblick waren sie wesentliche Erfahrungen in der Erprobung des Umgangs mit Frauen. Alle aber sind wie ein unverzichtbarer Teil seiner selbst und im Rückblick sehr wertvoll geworden. Gerne hätte er jeder von ihn noch einmal gedankt für das Zusammensein. Bis auf den heutigen Tag blieb ihm aber eine stille Verehrung der Frauen und das Bedürfnis ihnen ritterlich zu begegnen erhalten. Dies gilt besonders denen gegenüber, die sich ihm öffneten und ihm ihre Nähe zu ersten sexuellen Erfahrungen schenkten. Erlebnisse, die ihm halfen während seines ganzen Lebens Frauen als Mann zu begegnen. Durch sie alle, denen er sich dankbar erinnerte, verlor er die Angst vor der Nähe zu ihnen, sodass er für sie einzutreten bereit wurde. Bis auf den heutigen Tag, tritt er für die Ehre der Frauen ein. Sexuelle Erniedrigung und Ausbeutung sind ihm ein beklagenswerter Gräuel.Umso mehr ist ihm das Zusammenleben in der festen Beziehung einer tragfähigen Ehe von Bedeutung. Nur im Schutze einer solchen Beziehung scheint es ihm möglich in der Intimität, die nicht ans Licht einer schamlosen Öffentlichkeit gezerrt werden darf, in der gegenseitigen Achtung und der Wunsch nach vertrauensvoller Nähe und gegenseitiger Hingabe verkommen. Auch der Charakter sexueller Beziehungen ändert sich ja im Laufe des Lebens, besonders wenn Eheleuten Kinder geschenkt werden, die des Schutzes und Beistandes, der Eltern bedürfen. An diese kostbare Zeit denkt unser Mann ebenfalls zurück. Auch daran dass die Kinder aus dem Haus und ihre eigenen Wege gehen, und Enkel sich hinzugesellen und Familien zusammen finden.
Immer wieder musste unser Mann zusammen mit seiner Frau lernen, ein neues Gleichgewicht gegenseitiger Beziehung herzustellen. Der Schutz gilt nun dieser gewachsenen Familie und aller ihrer Angehörigen, ebenso dem gesellschaftlichen Raum, in dem alle zusammen mit anderen Menschen leben. Wie schön wäre es doch, wenn die gegenseitige Achtung und der Respekt der Menschen als Frauen und Männer und das kostbare Gut ehelicher Gemeinschaft und Familie erhalten bliebe. Unser Mann ist zutiefst davon überzeugt, dass eine Gesellschaft, die diese Werte aus den Augen verliert und das Sexualleben dem Markt, dem Konsum und der Willkür öffnet, im Grunde dekadent isEr schaut sehr nachdenklich und betroffen, auf das Geschehen in unserer heutigen Zeit und lebt inzwischen selbst in einer Lebensspanne, in der es gilt, auch in großem Respekt vor einander die reifere Zeit der Liebe im Alter zu erfahren, in der das Sexualleben sich noch einmal verändert und gleichzeitig das Bedürfnis nach Achtung, Nähe und gegenseitigem Schutz auch im gesellschaftlichen Raum an Bedeutung gewinnt. Wer aber im Lauf seines Lebens in der Schule des Respektes in seiner Liebesfähigkeit geschult, lernte, alle Anliegen des Lebens als Mann und Frau miteinander zu teilen, dem wird es leichter gelingen, durch die Reduktion des orgastischen Erlebens, keinen Schaden zu nehmen und umso mehr den Reichtum und die Fülle der ganzen Lebenswirklichkeit in den Blick zu bekommen, um als Mann oder Frau mitzuarbeiten, das nötige Netz respektabler Beziehungen der Geschlechter von Kindheit bis ins hohe und höchste Lebensalter, als eine Chance zu begreifen, die bergende gegenseitige Achtung und die ganze Lebensspann umfassende Liebe möglich macht.

Ewige Liebe bewahre und tröste und stärke uns

 

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