Fest Mariä Heimsuchung
Psalm und Lesungen des Tages

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas – Lk 1,39-56.

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.Und es geschah: Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet; dann kehrte sie nach Hause zurück.

Hl. Charles de Foucauld (1858-1916)

Eremit und Missionar in der Sahara
Betrachtungen zu den Festen im Jahreslauf, 2. Juli (Considérations sur les fêtes de l’année, Nouvelle Cité 1987, p. 471; ins Dt. übers. © Evangelizo)

„Maria machte sich eilends auf den Weg“ (vgl. Lk 1,39)

Maria, meine Mutter, heute ist sowohl einer deiner Festtage als auch ein Festtag Jesu. Wie die Reinigung, die vor allem die Darstellung Jesu ist, so ist auch die Heimsuchung eines deiner lieblichen Feste, aber mehr noch das Fest unseres Herrn, denn er ist es ja, der in dir und durch dich handelt. Die Heimsuchung ist die „Liebe Christi, die uns drängt“ (vgl. 2 Kor 5,14); Jesus ist es, der – nachdem er gerade erst in dir angekommen ist – danach dürstet, auch andere heilig und glücklich zu machen. Durch die Verkündigung hat er sich dir offenbart und geschenkt und dich auf wunderbare Weise geheiligt. Das genügt ihm aber nicht: In seiner Liebe zu den Menschen will er sich sogleich durch dich auch anderen offenbaren und an andere verschenken; er will andere heiligen, und so lässt er sich von dir zu Johannes dem Täufer tragen. […] Was die heilige Jungfrau dann bei der Heimsuchung tut, ist nicht ein Besuch bei ihrer Cousine, um sich gegenseitig zu trösten und zu erbauen, indem sie einander die Wunder, die Gott an ihnen getan hat, erzählen; noch weniger dient der Besuch der tätigen Nächstenliebe, um ihrer Cousine während der letzten Monate ihrer Schwangerschaft und bei ihrer Niederkunft zu helfen. Er ist viel mehr als das: Sie geht, um den heiligen Johannes zu heiligen, um ihm die frohe Botschaft zu bringen […], nicht durch ihre Worte, sondern indem sie Jesus schweigend zu ihm bringt. […] Das ist es, was die Ordensmänner und -frauen, die sich der Kontemplation widmen, in den Missionsländern tun. […] O meine Mutter, hilf uns, unserer Sendung treu zu sein, unserer so schönen Sendung, ihn in Treue mitten unter diese armen Seelen zu bringen, die „im Schatten des Todes“ (Lk 1,79) versinken: den göttlichen Jesus.

Geborgen in der Kirche
Geborgen im Glauben Hoffen und Lieben.